Das Gegenteil von Macht ist Ohnmacht oder Hilflosigkeit. Hilflosigkeit ist die Annahme keine Einflussmöglichkeit auf ein gewünschtes Ergebnis zu haben.
Macht bedeutet demnach Einfluss auf ein gewünschtes Ergebnis ausüben zu können. In anderen Beiträgen habe ich bereits versucht aufzuzeigen, dass unser fundamentales Ziel als bewusste Wesen es ist, Gutes für uns und für andere zu maximieren.
Was ist Macht?
Daraus ergibt sich folgende Definition von Macht:
Macht ist die Fähigkeit Gutes für sich und für andere zu erschaffen.
Um zu verstehen was wirklich unsere Macht als bewusste Wesen ist und wie wir sie nutzen, müssen wir uns konzeptuell klar von unserem Körper und unserem Gehirn trennen.
Der Einfluss, den unser Körper und unser Gehirn auf ein bestimmtes Ergebnis haben, ist entweder Glück oder ein Resultat der Ausübung unserer Macht als bewusste Wesen.
Dinge wie mehr Geld, mehr Muskeln, mehr Status, ein größerer Bekanntheitsgrad, die Fähigkeit mehrere Sprachen zu sprechen, die Fähigkeit einen Schrank mit seinen eigenen Händen zu schreinern, die Fähigkeit überzeugende Reden halten zu können etc. sind Resourcen mit denen wir Einfluss auf die physikalische und soziale Welt nehmen können, die als Gründe für unser Glücklichsein dienen können.
Wir können diese Ressourcen und Fähigkeiten also als eine Form von Einflussmöglichkeit betrachten.
Diese Einflussmöglichkeit möchte ich jedoch hier genauer von unserer eigentlichen Macht, die wir als bewusste Wesen inne haben unterscheiden, um klar herauszustellen worin diese wirklich liegt.
Identifizieren wir uns mit unserem Körper und unserem Gehirn, dann sind wir und unsere Macht immer angreifbar und letztendlich fragil. Meine Muskeln können schrumpfen, mein Geld kann mir gestohlen werden oder es kann seinen Wert verlieren, mein Status ist angreifbar usw. All diese Einflussmöglichkeiten, die von meinem Körper ausgehen unterliegen nicht meiner vollen Kontrolle.
Ich als bewusstes Wesen habe einen Einfluss auf sie. So vieles liegt jedoch letztendlich außerhalb meiner Einflussmöglichkeiten, was viele dieser Ressourcen fragil macht.
Lokalisiere ich nun meine Empfindung für Macht auf eine Ressource, die fragil ist und nicht meiner Kontrolle unterliegt, dann erzeuge ich ein Gefühl der Hilflosigkeit.
Unser Wohlbefinden und unsere Ergebnisse fließen von unserer Macht. Wie oben bereits erwähnt ist die Qualität unserer Ergebnisse Glück + die Ausübung unserer Macht.
Wenn wir unsere Macht missverstehen und nicht richtig identifizieren können, dann üben wir sie nicht aus und erzeugen so das Ergebnis von Ohnmacht in unserem Leben.
Menschen implizieren ständig Hilflosigkeit gegenüber etlichen Herausforderungen und Chancen, die sie wahrnehmen könnten, um ihr eigenes Leben und das Leben anderer besser zu machen.
Die Wahrheit ist jedoch, dass wir alle Macht haben. Wenn wir nicht hilflos sind, dann müssen wir die Macht haben, Schlechtes von der Welt entfernen zu können.
Jeder von uns muss die Möglichkeit haben, den Anstoß dazu geben zu können, alles Schlechte von der Welt zu eliminieren. Wenn dem nicht so wäre, dann wären wir hilflos. Wenn wir hilflos wären, dann gäbe es keinen Grund etwas zu tun und alles würde seine Bedeutung verlieren. Dinge haben aber Bedeutung und wir handeln ständig auf der Grundlage, dass wir unser Leben verbessern können.
Jede Handlung, die wir vollziehen, impliziert, dass wir die Qualität unseres Erlebnisses verbessern können. Das bedeutet, jede Handlung, die wir tun, impliziert, dass wir Macht haben.
Das wiederum impliziert, dass wir nicht hilflos sind. Was wiederum impliziert, dass Schlechtes auf der Welt letztendlich nicht hingenommen werden muss.
Wie entsteht Macht und wie werde ich mächtiger?
Ereignisse und unsere Erlebnisse haben Bedeutung. Die Konzepte Gut und Schlecht existieren, da die Qualität meines bewussten Erlebens ganz klar besser oder schlechter sein kann.
Wenn meine Entscheidungen eine Bedeutung für die Qualität meines Erlebnisses haben, dann muss ich Macht haben. Wenn meine Entscheidungen keine Auswirkung auf die Qualität meines Erlebnisses hätten, dann wäre ich machtlos. Was ganz klar nicht der Fall ist.
Ich habe also Macht. Das kann ich mit Sicherheit wissen, da ich dies immer anhand meines Bewusstseinsfeldes überprüfen kann. Sobald meine Entscheidungen Bedeutung haben, kann ich wissen, dass ich Macht haben muss.
Macht entsteht also nicht für mich, sie ist mir inherent als bewusstes Wesen. Die Ausübung der Macht, die ich als bewusstes Wesen habe, kann zu mehr Einflussmöglichkeit und Resourcen führen. Diese sind jedoch letztendlich nur ein Symptom der Ausübung meiner Macht und wie bereits mehrmals erwähnt, grundsätzlich von meiner eigentlichen Macht zu unterscheiden.
Wie werde ich nun mächtiger? Mehr Macht, würde ja mehr Gutes für mich und für andere bedeuten. Das macht die Frage nach Macht zu einer der wichtigsten Fragen in unserem Leben.
Die Frage danach, wie wir mächtiger werden öffnet weitere Fragen. Was ist es, das ich als bewusstes Wesen tue und was wird dann anschließend von meinem Körper und meinem Gehirn für mich getan?
Bestimmte Handlungen finden erst dann statt, wenn wir als bewusste Wesen mit unserem Gehirn interagieren und einen geistigen Raum für diese Handlung öffnen.
Unsere grundsätzliche Macht als bewusste Wesen ist es Schlechtes nicht zu akzeptieren. Wir als bewusste Wesen können konzeptionell sagen: “Das ist nicht gut genug. Ich brauche mehr Klarheit in diesem Bereich.” Oder: “Das kann ich so nicht akzeptieren. Das Problem ist noch nicht vollständig gelöst bzw. die Möglichkeit für mehr Gutes ist noch nicht ganz ausgeschöpft.”
Wie genau machen wir das und wann ist es notwendig?
Stell dir auf der einen Seite das Gemälde der Mona Lisa vor, das Original. Neben dem Original ist ein Gemälde, das dem der Mona Lisa identisch ist, jedoch hat die Mona Lisa auf diesem Bild einen riesigen Schnauzbart. Du sollst nun sagen, welches Bild das Original und welches die Fälschung ist. Unter der Voraussetzung, dass am Original nichts verändert wurde, ist die Antwort offensichtlich für uns und sehr einfach. Die Fälschung ist ganz klar das Bild auf dem die Mona Lisa den Schnauzer hat.
Unterscheiden die beiden Bilder sich nun in einem einzigen Farbklecks, dann ist die Unterscheidung nicht mehr so schnell zu treffen. Dann müssen wir reinzoomen und Pixel für Pixel vergleichen. Aber wenn wir das tun, dann werden wir den Unterschied sehen können und wieder klar aussagen können, welches Bild die Fälschung und welches das Original ist, wenn wir wissen, wie das Origial auszusehen hat.
Dieses Beispiel zeigt, dass wir als bewusste Wesen die Fähigkeit haben Unterscheidungen mit Sicherheit treffen zu können, wenn die Informationsanteile klein genug bzw. der Kontrast groß genug ist.
Sind wir nun mit einer Situation in unserem Leben konfrontiert, in der wir klar sehen können, dass die eine Option besser als die andere ist, dann gilt es die bessere Option zu wählen. Dies mag offensichtlich klingen, wird in der Praxis jedoch sehr häufig nicht umgesetzt, da uns vieles in eine andere Richtung ziehen mag.
Es ist offensichtlich das beste für eine Welt zu gehen, in der niemand mehr etwas Schlechtes erlebt und alle nur noch glücklich sind. Aber stimmen unsere Handlungen und Ziele wirklich mit diesem Ziel überein?
Wenn wir die perfekte Welt nicht als Ziel haben, dann implizieren wir Hilflosigkeit und beschneiden uns so unserer Macht und der Möglichkeit der Akkumulation der nötigen Resourcen, um dahin zu gelangen.
Gutes ist gut, mehr gut ist besser. Also wollen wir das beste. Das können wir mit Sicherheit wissen, wenn wir es mit der Alternative vergleichen. Nicht für das beste zu gehen, ist offensichtlich nicht das beste das wir tun können.
Doch von selbst wird unser Körper und unser Gehirn nicht für Perfektion im Sinne der Maxmimierung der Qualität des Erlebnisses jeden bewussten Wesens über deren komplette Spanne der Existenz gehen.
Dazu müssen wir unseren freien Willen als bewusste Wesen nutzen, um Klarheit über nicht hilfreiche Ziele, die in unserem Gehirn momentan installiert sind, zu erhalten und diese fallen zu lassen. Wir tun dies, in dem wir konzeptionelle Vergleiche anstellen, analog zu dem, den ich mit der Mona Lisa beschrieben habe.
Wenn wir klar sehen, dass ein Ziel besser als ein anderes ist, dann gilt es das bessere zu wählen und das schlechte bzw. weniger gute fallen zu lassen. Unser Gehirn ist ein Mechanismus der die Ziele, die in ihm installiert sind mit einem bestimmten Algorithmus verfolgt. Ein Ziel fallen zu lassen bzw. nicht mehr zu verfolgen, bedeutet nicht Erfüllung des Ziels. So wie unser Gehirn vom Default programmiert ist, wird es deshalb Ziele nicht ändern bzw. fallen lassen wollen, da somit eine Zielerreichung nicht mehr möglich ist.
Es wird uns also Widerstand in Form von einem bestimmten Gefühl in unserem Bewusstseinsfeld geben, sobald wir aktive Ziele wechseln oder verändern möchten. Hier gilt es unsere Macht durch unseren freien Willen zu nutzen und genau das zu tun, was ich oben beschrieben habe, zu bekräftigen: “Das ist nicht gut genug. Ich brauche mehr Klarheit in diesem Bereich.” Oder: “Das kann ich so nicht akzeptieren. Das Problem ist noch nicht vollständig gelöst bzw. die Möglichkeit für mehr Gutes ist noch nicht ganz ausgeschöpft.”
Wenn wir dies tun, werden wir einen neuen geistigen Raum öffnen, der Resourcen und weitere Fragen bzw. noch mehr geistige Räume anziehen wird, was unsere Einflussmöglichkeit auf unsere Ergebnisse wachsen lässt.